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Asyl beantragen: Die Reise einer venezolanischen Familie nach Spanien

22. Juni 2026

Flucht aus Venezuela

Mein Name ist Carla, ich bin 39 Jahre alt, und meine Familie und ich flohen 2021 aus Venezuela aufgrund der eskalierenden politischen und wirtschaftlichen Krisen. Die Entscheidung zu gehen war herzzerreißend, aber die Sicherheit und Zukunft unserer Kinder, die 10 und 7 Jahre alt sind, hatte oberste Priorität. Wir entschieden uns für Spanien wegen der sprachlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten und der Hoffnung auf ein stabileres Leben.

Erste Schritte in Spanien

Nach unserer Ankunft in Madrid suchten wir sofort rechtlichen Rat bei einer gemeinnützigen Organisation, die auf Asylfälle spezialisiert ist. Das war unser erster Erfolg; sie halfen uns, den komplexen Dokumentationsprozess zu bewältigen. Der erste Antrag war nicht übermäßig kompliziert, aber die eigentliche Herausforderung stand noch bevor – das Asylinterview.

Das Asylinterview

Unser Interview wurde drei Monate nach unserem ersten Antrag angesetzt. Man teilte uns mit, dass dieser Zeitrahmen durchaus normal sei, obwohl er sich wie eine Ewigkeit anfühlte. Während des Interviews wurden uns detaillierte Fragen über unser Leben in Venezuela und die Bedrohungen, denen wir ausgesetzt waren, gestellt. Das Interview war emotional zermürbend, da wir traumatische Erlebnisse erneut durchleben mussten.

Eine der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert wurden, war der Nachweis der Glaubwürdigkeit unserer Geschichte. Obwohl wir einige Dokumente hatten, wie Polizeiberichte und Zeitungsausschnitte, wurden diese nicht immer anerkannt. Was unserem Fall wirklich half, waren die konsistenten und detaillierten persönlichen Berichte, die wir vorlegten, zusammen mit Briefen von Nachbarn und Gemeindemitgliedern aus der Heimat, die die Bedrohungen, denen wir ausgesetzt waren, bestätigten.

Was geholfen hat und was nicht

Die Sprachbarriere war eine erhebliche Hürde. Obwohl wir Spanisch sprachen, war das rechtliche und bürokratische Fachjargon verwirrend. Ein vom Asylbüro zur Verfügung gestellter Übersetzer half, aber wir stellten fest, dass eine klare Darstellung und unterstützende Dokumente entscheidend waren.

Ein großes Problem war die Wartezeit auf eine Entscheidung. Zunächst wurde uns gesagt, dass es bis zu sechs Monate dauern könnte, aber es zog sich auf über ein Jahr hin. Diese Ungewissheit war belastend und beeinträchtigte unsere Fähigkeit, uns zu etablieren und für die Zukunft zu planen.

Tipps für andere Asylsuchende

1. Rechtliche Unterstützung: Suchen Sie Hilfe bei seriösen gemeinnützigen Organisationen oder Rechtsberatungsdiensten. Sie können während des gesamten Prozesses wertvolle Orientierung bieten.

2. Dokumentation: Sammeln Sie so viele Dokumente wie möglich, um Ihre Geschichte zu unterstützen. Dazu gehören persönliche Aussagen, offizielle Berichte und alle anderen Beweise, die Ihre Angaben belegen können.

3. Mentale Vorbereitung: Der Prozess ist lang und emotional belastend. Bereiten Sie sich und Ihre Familie auf die emotionalen Auswirkungen vor, die das Schildern schwieriger Erlebnisse mit sich bringt.

Fazit

Letztendlich hat sich unsere Beharrlichkeit ausgezahlt. Nach 14 Monaten wurde uns Asyl gewährt. Obwohl unser neues Leben in Spanien immer noch voller Herausforderungen ist, ist die Gewissheit, in Sicherheit zu leben, unbezahlbar. Für alle, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: Denken Sie daran, dass jedes Beweisstück und jedes Detail einen Unterschied in Ihrem Fall machen kann.

Asyl beantragen: Die Reise einer venezolanischen Familie nach Spanien — Nomad Immigration Services