
Der Weg nach dem Brexit: Der Umzug eines britischen Paares nach Spanien
Der Traum von sonnigen spanischen Küsten
Mein Name ist Margaret, ich bin 68 Jahre alt. Mein Mann John und ich haben schon immer davon geträumt, unseren Ruhestand in Spanien zu verbringen. Wir haben uns während unserer vielen Urlaube in Valencia in den ruhigen Lebensstil dort verliebt. Als wir uns jedoch nach dem Brexit entschieden, den Schritt zu wagen, stießen wir auf mehr Hindernisse als erwartet.
Die Visaablehnung und der zweite Versuch
Zunächst beantragten wir das Non-Lucrative Visa, das für uns als Rentner ideal erschien. Wir reichten unseren Antrag beim spanischen Konsulat in London ein und legten Nachweise über unsere Renten und Ersparnisse vor, um die finanziellen Anforderungen zu erfüllen. Zu unserer Bestürzung wurde unser Antrag abgelehnt. Im Ablehnungsschreiben wurde eine unzureichende finanzielle Dokumentation angegeben – ein Schock, da wir glaubten, in diesem Bereich mehr als gut vorbereitet zu sein.
Entschlossen, nicht aufzugeben, holten wir uns Rat bei einem spezialisierten Einwanderungsanwalt. Dieser half uns zu verstehen, welche konkreten Unterlagen das Konsulat benötigte, wie etwa eine detailliertere Aufschlüsselung unserer Renten und eine notariell beglaubigte Erklärung unserer Anlagekonten. Bei unserem zweiten Versuch, nun mit den richtigen Unterlagen ausgestattet, wurde unser Visum bewilligt.
Ankommen und Überraschungen beim Gesundheitssystem
In Valencia eine Unterkunft zu finden, war nicht allzu schwierig. Wir mieteten eine gemütliche Wohnung im Stadtviertel El Carmen. Die Orientierung im Gesundheitssystem war jedoch eine andere Geschichte. Uns war bewusst, dass die EHIC-Karte nur vorübergehende Aufenthalte abdeckt, weshalb wir zunächst eine private Krankenversicherung abschlossen. Diese war teurer als erwartet und kostete uns jeweils rund 200 € pro Monat.
Später entdeckten wir, dass wir uns als rechtmäßige Einwohner beim spanischen öffentlichen Gesundheitssystem anmelden konnten. Dazu mussten wir die Empadronamiento-Bescheinigung beantragen, die unseren Wohnsitz in Valencia nachweist. Nach der Anmeldung wurde der Zugang zur Gesundheitsversorgung deutlich unkomplizierter und erheblich günstiger.
Tipps für andere Rentner
1. Detaillierte Finanzdokumentation: Stellen Sie bei der Beantragung eines Visums sicher, dass alle Finanzdokumente ausführlich und gegebenenfalls notariell beglaubigt sind. Lassen Sie Ihre Unterlagen von einem Einwanderungsanwalt gründlich vorab prüfen.
2. Geduld mit der Bürokratie: Seien Sie auf lange Wartezeiten und mögliche Ablehnungen vorbereitet. Haben Sie einen Reserveplan und scheuen Sie sich nicht, professionellen Rat zu suchen.
3. Krankenversicherungsanmeldung: Beantragen Sie Ihr Empadronamiento so schnell wie möglich, um Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung zu erhalten. Erste private Pläne können teuer sein, daher lohnt sich der Wechsel in das öffentliche System, sobald Sie sich eingelebt haben.
Den spanischen Lebensstil annehmen
Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten hat der spanische Lebensstil alles gehalten, was wir uns erhofft hatten. Die Gemeinschaft ist herzlich, und wir genießen unseren Ruhestand umgeben von sonnigen Stränden und einer lebendigen Kultur. Der Anfang war holprig, aber Ausdauer hat sich ausgezahlt, und wir haben hier in Valencia wirklich unser Stück Paradies gefunden.